Der Beginn der Stillzeit ist oft voller Fragen, Zweifel … und manchmal auch Müdigkeit. Auch wenn Stillen etwas Natürliches ist, läuft es nicht immer instinktiv ab. Viele Mütter stoßen schon in den ersten Wochen auf Schwierigkeiten – oft wegen sehr häufiger und vor allem vermeidbarer Fehler.
Die gute Nachricht: für jede Schwierigkeit gibt es eine Lösung. Hier findest du die häufigsten Fehler am Anfang der Stillzeit und wie du sie vermeidest, um diese Erfahrung gelassener zu erleben.
1. Zu strenge Zeitpläne einhalten wollen
❌ Der Fehler
Schon in den ersten Tagen feste Zeiten für die Stillmahlzeiten vorgeben.
✅ Die Lösung
Stillen funktioniert nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage. Je öfter dein Baby trinkt, desto besser passt sich die Milchproduktion an. Daher wird empfohlen, nach Bedarf zu stillen, besonders in den ersten Wochen, auch wenn die Stillmahlzeiten dicht aufeinander folgen.
👉 Tipp: Häufige Stillmahlzeiten sind normal und wichtig für einen guten Start der Milchbildung.
2. Falsches Anlegen an die Brust
❌ Der Fehler
Das Baby erfasst nur die Brustwarze, was zu Schmerzen und wunden Stellen führen kann.
✅ Die Lösung
Ein gutes Anlegen bedeutet, dass das Baby einen großen Teil des Warzenhofs erfasst, nicht nur die Brustwarze. Sein Mund sollte weit geöffnet sein und das Kinn an der Brust anliegen.
👉 Bei anhaltenden Schmerzen zögere nicht, dein Baby neu zu positionieren oder dich von einer Stillberaterin beraten zu lassen.
3. Denken, dass Schmerzen normal sind
❌ Der Fehler
Schmerzen ertragen in dem Glauben, dass sie zum Stillen dazugehören.
✅ Die Lösung
Stillen sollte nicht schmerzhaft sein. Ein leichtes, vorübergehendes Unbehagen kann am Anfang auftreten, aber starke oder anhaltende Schmerzen sind ein Warnsignal.
👉 Wunde Brustwarzen, ein Milchstau oder Schmerzen lassen sich mit den richtigen Handgriffen schnell beheben.
4. Nicht ausreichend trinken oder ausgewogen essen
❌ Der Fehler
Die eigene Ernährung und Flüssigkeitszufuhr vernachlässigen.
✅ Die Lösung
Stillen kostet Energie. Regelmäßig zu trinken und ausgewogen zu essen hilft, eine gute Milchproduktion aufrechtzuerhalten und übermäßige Müdigkeit zu vermeiden.
👉 Höre auf deinen Körper: Durst und Hunger sind während der Stillzeit oft stärker ausgeprägt.
5. Sich zu schnell um die Milchmenge sorgen
❌ Der Fehler
Denken, dass das Baby zu wenig trinkt, weil es oft an der Brust ist oder unruhig wirkt.
✅ Die Lösung
Gestillte Babys trinken häufig, was völlig normal ist. Die wirklich wichtigen Anhaltspunkte sind:
-
die nassen Windeln
-
die Gewichtszunahme
-
das allgemeine Wohlbefinden des Babys
👉 Wenn diese Anhaltspunkte gut sind, ist auch deine Milchproduktion in Ordnung.
6. Nicht um Hilfe bitten
❌ Der Fehler
Aus Angst, zur Last zu fallen, oder aus mangelndem Selbstvertrauen mit den Schwierigkeiten allein bleiben.
✅ Die Lösung
Stillen will gelernt sein. Hebamme, Stillberaterin oder auch andere Mütter können eine große Unterstützung sein.
👉 Um Hilfe zu bitten ist ein Zeichen von Stärke, nicht von Schwäche.
7. Sich mit anderen Müttern vergleichen
❌ Der Fehler
Das eigene Stillen mit dem anderer vergleichen.
✅ Die Lösung
Jede Mutter und jedes Baby ist einzigartig. Es gibt kein perfektes Vorbild fürs Stillen.
👉 Wichtig ist, das zu finden, was für dich und dein Baby funktioniert – ganz ohne Druck.
Die Anfänge der Stillzeit können verwirrend sein, doch mit den richtigen Informationen und etwas Nachsicht mit dir selbst wird alles einfacher. Fehler zu machen ist normal – entscheidend ist, sie zu erkennen und sich anzupassen.